Die Schüler einer 3. Klasse der Grundschule Knetztgau zeichneten und malten, stellten Druckvorlagen her und produzierten Farbdrucke. Fach: Kunsterziehung?  Nein! Viertklässler bewegten sich im Rhythmus und tanzten. Fach: Musik? Sport? Nein – in allen Fällen ging es um eine Mathematikstunde. Mathematik? - Mit Musik und Malerei?

Es handelt sich um „Learning Through The Arts“ (LTTA), das übersetzt „Lernen durch die Künste heißt“. Die Künste dienen als Katalysator in Lehrplan-Kernfächern, als Hilfe, damit Schüler die Lerninhalte besser verstehen, verarbeiten und nachhaltig speichern.

Dr. Petra Weingart, Dozentin am Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Universität Würzburg, ist vom Lernen durch die Künste überzeugt. Eveline Kolijn und Nicole Fougère aus Kanada sind speziell ausgebildete Künstler. Sie haben für die Knetzgauer Schüler Unterrichtseinheiten zum Thema Symmetrie entwickelt.

Eveline Kolijn machte die Achsensymmetrie zum Thema ihres Unterrichts. Nach ersten vorbereitenden Übungen trugen die Schüler verschiedene Farben aufs Papier auf. Durch Falten und Vergleich mit einem Spiegel wurde der Begriff Symmetrie erarbeitet. Später entstand auf Transparentpapier ein symmetrisches Bild, das auf Styropor als Druckvorlage übertragen wurde und als Farbdruck erhalten blieb.

In einer 4. Klasse erarbeitete Nicole Fougère mit den Kindern im gesamten Klassenzimmer tänzerisch Symmetrie und Asymmetrie. Anschließend sollte die Drehsymmetrie im Kreis dargestellt werden, zu der die Schüler eine eigene Choreographie entwickelten. Nicht nur die Kreativität der Schüler war gefragt, sondern auch genaues Beobachten und Teamfähigkeit.

Nicole Fougère hob hervor, dass Kinder auf verschiedene Art und Weise lernen. Diese verschiedenen Lernwege gelte es zu nutzen. Körperenergie werde in Bewegung umgesetzt, Kreativität bringe Erfolg. Man wolle eben alle Lernkanäle erreichen, erklärte Nicole Fougère.